Brigachtal 2006 - 65 Modellballöner pilgern in ihr El Dorado
Trotz anfänglich schlechten Wetters war das diesjährige Brigachtaler Modellballontreffen ein gelungene Veranstaltung bei der am Sonntag morgen nahezu 65 Modellballone gleichzeitig am strahlend blauen Himmel zu bestaunen waren. Ein Bericht von Michael Bölling
Nach dem 20-jährigen Jubiläum im letzten Jahr mit 54 Teilnehmern, hatten wir in diesem Jahr nicht damit gerechnet, dass sich noch mehr Teilnehmer für das weltgrößte internationale Modellballon-Treffen anmelden würden. Doch einige Tage vor dem Treffen erreichte uns dann die 65. Anmeldung. Das ist neuer Rekord. Neben den zahlreichen deutschen Teilnehmern meldeten sich Teams aus der Schweiz, aus Holland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Italien und sogar aus England und Schottland an. Sie alle wollten beim 21. Brigachtaler Modellballontreffen dabei sein, Spaß haben und natürlich Modellballonfahren. Doch Petrus ließ sie erst mal ein wenig zappeln. Doch beginnen wir der Reihe nach.
Es war ein freudiges Hallo als sich die Teams am Freitagnachmittag nach und nach in der Festhalle Überauchen einfanden. Es galt sich über die vielen Dinge auszutauschen, die seit dem letzten Zusammentreffen geschehen sind und auch das "Weißt Du schon" und "Hast Du das mal probiert" und "Schau mal was wir dort gemacht haben" machte die Runde. Auch fremdländische Stimmen durchfluteten den Raum und eine gemütliche Atmosphäre machte sich breit.
Beim Briefing am Samstag morgen, bei dem das Aufrufen der Teilnehmer schon mehrere Minuten beanspruchte, zeichnete sich bereits ab das die erste Modellballon-Wettfahrt so schnell nicht stattfinden würden. Petrus hatte Wind und Regen geschickt um den Veranstalter zu prüfen. Nun ja, was macht man mit einer Gruppe von weit über 100 Personen die eigentlich nur Modellballone sehen wollen?
Da ist guter Rat teuer, aber nicht, wenn man ein wenig improvisieren kann. Und so haben wir kurzerhand kleine Modell-Fallschirmspringer, die eigentlich die neuen Marker werden sollten, hergenommen um eine Präzisionsaufgabe zu kreieren. Jeder Pilot musste seinen Fallschirmspringer über ein ca. 3 Meter hohes Seil auf eine 3x3 Meter große Zielscheibe werfen. Je näher der Fallschirm in der Mitte landet, desto mehr Punkte gibt es. Soweit ganz einfach. Aber sobald sich der Fallschirm öffnet ist die Flugbahn relativ schwierig abzuschätzen. Also durfte jeder erst einmal 20 Minuten üben.

Danach wurde die Wertung durchgeführt und einige Springer schafften es sogar bis auf wenige cm an das Ziel heranzukommen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass man mit 65 x 1.5 Minuten die Zeit ganz schön schell rumkriegt, aber trotzdem war noch keine Wetterbesserung in Sicht. Also Plan B.
Inspiriert durch eine schnelle Aufräumaktion kam mir die Idee zum Ballon-Hüllen-Curling. Wie soll das denn gehen? Ganz einfach. Jeder Teilnehmer nimmt seinen Ballon im Hüllensack und schiebt ihn über die Bahn ins Ziel, wie beim Curling. Bei einer Bahn von etwa 10 Metern muss man schon ganz schön Schwung holen um den Zielkreis zu erreichen. Die Entscheidung, ob das Teflonspray, welches beim Modellballon benötigt wird auch zum Einsprühen des Ballonsacks zulässig ist, steht noch aus.

Nach dem Mittagessen war erneut Inspiration gefragt. Bei so vielen Modellballonfahrern sollte es nun eine Indoor-Ballonfahr-Aufgabe werden. Glücklicherweise hatte wir noch einen kleinen, 1.5 Meter hohen Modellballon (Jean-Luc's Treffen in Warmeriville sei Dank), der sich mit einer Heißluftpistole in die Höhe erheben lässt. Mit einem kleinen Elektorgebläse erhält man so ein Team-Sportgerät. Der Heizer muss sehen, dass der Ballon nicht zu früh sinkt, der Bläser muss sehen, dass er den Ballon auf der Mitte der 8 Meter entfernten Zielscheibe gesteuert wird. Keine leichte Aufgabe, doch fast alle Teams meisterten die Aufgabe mit Bravour.

Am späten Nachmittag, unsere unerschrockenen Dänen und Holländer hatten bereits eine Fahrt bei Regen hinter sich, wurde es dann zusehends schöner. Da der Wind aber immer noch stark wehte, entschieden wir uns für ein Show-Aufrüsten am Waldrand von Tannheim. Die Bäume boten uns den nötigen Windschutz und so war es möglich eine ganze Meute von Modellballonen in den immer blauer werdenden Himmel zu bringen.

Zu Bewundern gab es da viel Neues. Besonderes Highlight war Monty der Teddybär. Vielen von uns war er bereits als draufgängerischer Pilot bekannt, doch diesmal hat er sich mächtig aufgeblasen. Andy, Mell, Ann und Thomas haben es tatsächlich geschafft Monty auf ca. 80 m³ aufzublasen. Ein faszinierendes Bild.
Auch der Pandabär, der Pinguin, die Clowns sowie mindestens 30 weitere Ballone waren von der Partie. Sie alle heizten und tanzten im Wind bis es fast schon dunkel wurde.
Nach einer kurzen Stärkung in der Festhalle, in welcher der Wind an Kraft verloren hatte, machten wir uns auf zum schon traditionellen Nachtglühen bei der Kindernachsorgeklinik nach Tannheim.
Es war schon dunkel als wir eintrafen. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen, viel Licht gibt es nicht. Überall wuselt und flüstert es und dann ist es mit der Stille vorbei. Pünktlich um 8 Uhr brummen die Ventilatoren und blasen die Heerscharen von Modellballonen auf. Es sind unzählbar viele. Einer nach dem anderen erhebt sich in den mittlerweile windstillen Himmel über der Kinderklinik und die kleinen Gäste sind begeistert. Überall freudiges Rufen, an den Scheiben strahlende Kinderaugen und auch die Eltern sind bewegt. Wie übergroße Lampions leuchten die Ballone immer wieder auf, steigen empor und kreisen über den Köpfen der faszinierten Menge.

Großen Anklang bei den Kindern fand auch das Abwerfen von Teddybären und anderen Präsenten aus den Ballonkörben. Diese Präsente wurden von den regionalen Banken gestiftet, ihnen allen einen herzlichen Dank. Kinder die traurig waren weil sie nicht zur rechten Zeit an der rechten Stelle waren, konnten hinterher mit Reserveteddys getröstet werden, so dass schließlich alle glücklich, stolz und zufrieden einschlafen konnten.
Mit einem zünftigen Vesper für alle Crews bedankte sich die Klinikleitung bei den Ballonfahrern für das herrliche Schauspiel und so ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Der Sonntagmorgen hat uns dann vollends für das schlecht Wetter am Samstag entschädigt. Absolute Windstille, in den Tälern der Umgebung Nebel und bei uns strahlender Sonnenschein. So fuhren wir dann im Konvoi zum Startplatz. Das war schon ein gewaltiger Konvoi. Das wahre Ausmaß wurde uns allerdings erst bewusst als wir, aufgrund des Windwechsels, den Startplatz verlegen mussten und an über 70 Autos vorbeifuhren um das Ende dieses Riesenlindwurms zu passieren.
Nichts desto trotz fanden sich dann alle auf dem Startgelände am Sportplatz in Überauchen ein wo der wirkliche Wettbewerb beginnen konnte. Damit es einiges zu werten gibt, wurde gleich eine Doppelaufgabe gestellt, eine Fuchsfahrt kombiniert mit einer Ziellinien-Aufgabe.
Damit alle eine gute Chance hatten, starteten wir (Claudio der noch keinen eigenen Ballon hat und ich) den Fuchs von der Mitte des Startfeldes. 3 Minuten später folgte die Meute. Wir versuchten alles um ihnen zu entwischen, hoch runter, hinter die Bäume und Hecken aber alle Mühe war vergebens. Einige schafften es sogar bis auf wenige Meter an uns heran. Auch den Markerabwurf an der Strasse, welche die Ziellinie darstellte, meisterten viele. Ganz Gute trafen sogar die Straßenmitte und kassierten dafür haufenweise Punkte.


Nach dem Nachfüllen der Flaschen ging es gleich auf zum nächsten Wettkampf und da niemand eine bessere Idee hatte, und um auch Zeit beim Übersetzten der Aufgabe zu sparen, machten wir dasselbe noch mal. Diesmal hatte der Wind um etwa 120 Grad gedreht. Wir versuchten erneut unser möglichstes der Meute zu entwischen. Wir stiegen höher als sonst und hofften, dass viele aus Erfurcht vor großen Höhen lieber tief bleiben würden, aber der kaum spürbare Luftzug verleitete nahezu alle es uns gleich zu tun und so wurden wir auch diesmal von der Meute gestellt.
Wie im letzten Jahr schaffte es auch dieses Jahr ein Ballon in den Bäumen zu landen. Die Fail-Safe Funktion hat genau über einer Buschgruppe ausgelöst und wo soll der Ballon auch hin wenn es quasi Windstill ist. Aber mit einer großen Leiter und den engagierten Einsatz von Innes aus Schottland war der Ballon nach einiger Zeit unbeschädigt wieder in den Händen seines Besitzers.
Nun hieß es schnell die Auswertung machen. Gott sei Dank funktionierte mein Auswerteprogramm problemlos und so konnten wir die Gewinner ermitteln. Die Spannung stieg, Platz für Platz. Jeder Teilnehmer wurde aufgerufen, erhielt seine Erinnerungsmedallie und dann ging es auf die Pokalplätze zu. Dazu muss man wissen, dass in Brigachtal jeder versucht den 5. Platz zu belegen, denn das ist der wunderbare Wanderpokal aus Glas, den Markus Höpfler 1989 gestiftet hatte. Geht er dreimal an den gleichen Piloten, so ist die Wanderung beendet und der Pokal verbleibt beim Gewinner. So war es dann auch. Matthias Schlegel gewann den Pokal zum dritten Mal und ist damit endgültiger Besitzer dieses wunderschönen Pokals. Freudestrahlend nahm er den Pokal in Empfang. Er erhält sicherlich einen prächtigen Platz in der Vitrine.

Platz 4, und damit der Wander-"Pokal" aus Schiefer ging an Bastian Schwarz aus Bayern. Platz 3 belegte der Newcomer Jan Beckmann. Platz 2 ging an Innes Worseman aus Schottland und über den ersten Platz freute sich ganz besonders Stijn De Wulf aus Belgien. Der Zusammenhang zwischen Alter der Piloten und der Platzierung ist schon erstaunlich. Je jünger der Teilnehmer, desto höher die Platzierung. An der sportlichen Fitness wird es wohl nicht gelegen haben, denn es war ja nahezu windstill. Die Gesamtwertungstabelle findet sich hier.

Damit auch im nächsten Jahr wieder ein Anreiz geschaffen wird den 5. Platz zu belegen wurde von Uwe Stober ein neuer Wanderpokal gestiftet. Um sich zu akklimatisieren und um sich mit der Leidenschaft und Begeisterung für Modellballone voll zusaugen, verbleibt der Pokal dieses Jahr noch in Brigachtal. Zum 22. Brigachtaler Modellballontreffen vom 5.-7. Oktober 2007 darf dann wieder um ihn gerungen werden. Wir freuen uns auf Euch.
Michael Bölling
Diesen Bericht finden Sie auch in der Modellheißluftballon-Post Ausgabe 3 Dezember 2006 - Januar 2007 auf der Seite von Frank Schnelle: www.feuerballon.de
Es war ein freudiges Hallo als sich die Teams am Freitagnachmittag nach und nach in der Festhalle Überauchen einfanden. Es galt sich über die vielen Dinge auszutauschen, die seit dem letzten Zusammentreffen geschehen sind und auch das "Weißt Du schon" und "Hast Du das mal probiert" und "Schau mal was wir dort gemacht haben" machte die Runde. Auch fremdländische Stimmen durchfluteten den Raum und eine gemütliche Atmosphäre machte sich breit.
Beim Briefing am Samstag morgen, bei dem das Aufrufen der Teilnehmer schon mehrere Minuten beanspruchte, zeichnete sich bereits ab das die erste Modellballon-Wettfahrt so schnell nicht stattfinden würden. Petrus hatte Wind und Regen geschickt um den Veranstalter zu prüfen. Nun ja, was macht man mit einer Gruppe von weit über 100 Personen die eigentlich nur Modellballone sehen wollen?
Da ist guter Rat teuer, aber nicht, wenn man ein wenig improvisieren kann. Und so haben wir kurzerhand kleine Modell-Fallschirmspringer, die eigentlich die neuen Marker werden sollten, hergenommen um eine Präzisionsaufgabe zu kreieren. Jeder Pilot musste seinen Fallschirmspringer über ein ca. 3 Meter hohes Seil auf eine 3x3 Meter große Zielscheibe werfen. Je näher der Fallschirm in der Mitte landet, desto mehr Punkte gibt es. Soweit ganz einfach. Aber sobald sich der Fallschirm öffnet ist die Flugbahn relativ schwierig abzuschätzen. Also durfte jeder erst einmal 20 Minuten üben.

Danach wurde die Wertung durchgeführt und einige Springer schafften es sogar bis auf wenige cm an das Ziel heranzukommen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass man mit 65 x 1.5 Minuten die Zeit ganz schön schell rumkriegt, aber trotzdem war noch keine Wetterbesserung in Sicht. Also Plan B.
Inspiriert durch eine schnelle Aufräumaktion kam mir die Idee zum Ballon-Hüllen-Curling. Wie soll das denn gehen? Ganz einfach. Jeder Teilnehmer nimmt seinen Ballon im Hüllensack und schiebt ihn über die Bahn ins Ziel, wie beim Curling. Bei einer Bahn von etwa 10 Metern muss man schon ganz schön Schwung holen um den Zielkreis zu erreichen. Die Entscheidung, ob das Teflonspray, welches beim Modellballon benötigt wird auch zum Einsprühen des Ballonsacks zulässig ist, steht noch aus.

Nach dem Mittagessen war erneut Inspiration gefragt. Bei so vielen Modellballonfahrern sollte es nun eine Indoor-Ballonfahr-Aufgabe werden. Glücklicherweise hatte wir noch einen kleinen, 1.5 Meter hohen Modellballon (Jean-Luc's Treffen in Warmeriville sei Dank), der sich mit einer Heißluftpistole in die Höhe erheben lässt. Mit einem kleinen Elektorgebläse erhält man so ein Team-Sportgerät. Der Heizer muss sehen, dass der Ballon nicht zu früh sinkt, der Bläser muss sehen, dass er den Ballon auf der Mitte der 8 Meter entfernten Zielscheibe gesteuert wird. Keine leichte Aufgabe, doch fast alle Teams meisterten die Aufgabe mit Bravour.

Am späten Nachmittag, unsere unerschrockenen Dänen und Holländer hatten bereits eine Fahrt bei Regen hinter sich, wurde es dann zusehends schöner. Da der Wind aber immer noch stark wehte, entschieden wir uns für ein Show-Aufrüsten am Waldrand von Tannheim. Die Bäume boten uns den nötigen Windschutz und so war es möglich eine ganze Meute von Modellballonen in den immer blauer werdenden Himmel zu bringen.

Zu Bewundern gab es da viel Neues. Besonderes Highlight war Monty der Teddybär. Vielen von uns war er bereits als draufgängerischer Pilot bekannt, doch diesmal hat er sich mächtig aufgeblasen. Andy, Mell, Ann und Thomas haben es tatsächlich geschafft Monty auf ca. 80 m³ aufzublasen. Ein faszinierendes Bild.
Auch der Pandabär, der Pinguin, die Clowns sowie mindestens 30 weitere Ballone waren von der Partie. Sie alle heizten und tanzten im Wind bis es fast schon dunkel wurde.
Nach einer kurzen Stärkung in der Festhalle, in welcher der Wind an Kraft verloren hatte, machten wir uns auf zum schon traditionellen Nachtglühen bei der Kindernachsorgeklinik nach Tannheim.
Es war schon dunkel als wir eintrafen. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen, viel Licht gibt es nicht. Überall wuselt und flüstert es und dann ist es mit der Stille vorbei. Pünktlich um 8 Uhr brummen die Ventilatoren und blasen die Heerscharen von Modellballonen auf. Es sind unzählbar viele. Einer nach dem anderen erhebt sich in den mittlerweile windstillen Himmel über der Kinderklinik und die kleinen Gäste sind begeistert. Überall freudiges Rufen, an den Scheiben strahlende Kinderaugen und auch die Eltern sind bewegt. Wie übergroße Lampions leuchten die Ballone immer wieder auf, steigen empor und kreisen über den Köpfen der faszinierten Menge.

Großen Anklang bei den Kindern fand auch das Abwerfen von Teddybären und anderen Präsenten aus den Ballonkörben. Diese Präsente wurden von den regionalen Banken gestiftet, ihnen allen einen herzlichen Dank. Kinder die traurig waren weil sie nicht zur rechten Zeit an der rechten Stelle waren, konnten hinterher mit Reserveteddys getröstet werden, so dass schließlich alle glücklich, stolz und zufrieden einschlafen konnten.
Mit einem zünftigen Vesper für alle Crews bedankte sich die Klinikleitung bei den Ballonfahrern für das herrliche Schauspiel und so ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Der Sonntagmorgen hat uns dann vollends für das schlecht Wetter am Samstag entschädigt. Absolute Windstille, in den Tälern der Umgebung Nebel und bei uns strahlender Sonnenschein. So fuhren wir dann im Konvoi zum Startplatz. Das war schon ein gewaltiger Konvoi. Das wahre Ausmaß wurde uns allerdings erst bewusst als wir, aufgrund des Windwechsels, den Startplatz verlegen mussten und an über 70 Autos vorbeifuhren um das Ende dieses Riesenlindwurms zu passieren.
Nichts desto trotz fanden sich dann alle auf dem Startgelände am Sportplatz in Überauchen ein wo der wirkliche Wettbewerb beginnen konnte. Damit es einiges zu werten gibt, wurde gleich eine Doppelaufgabe gestellt, eine Fuchsfahrt kombiniert mit einer Ziellinien-Aufgabe.
Damit alle eine gute Chance hatten, starteten wir (Claudio der noch keinen eigenen Ballon hat und ich) den Fuchs von der Mitte des Startfeldes. 3 Minuten später folgte die Meute. Wir versuchten alles um ihnen zu entwischen, hoch runter, hinter die Bäume und Hecken aber alle Mühe war vergebens. Einige schafften es sogar bis auf wenige Meter an uns heran. Auch den Markerabwurf an der Strasse, welche die Ziellinie darstellte, meisterten viele. Ganz Gute trafen sogar die Straßenmitte und kassierten dafür haufenweise Punkte.


Nach dem Nachfüllen der Flaschen ging es gleich auf zum nächsten Wettkampf und da niemand eine bessere Idee hatte, und um auch Zeit beim Übersetzten der Aufgabe zu sparen, machten wir dasselbe noch mal. Diesmal hatte der Wind um etwa 120 Grad gedreht. Wir versuchten erneut unser möglichstes der Meute zu entwischen. Wir stiegen höher als sonst und hofften, dass viele aus Erfurcht vor großen Höhen lieber tief bleiben würden, aber der kaum spürbare Luftzug verleitete nahezu alle es uns gleich zu tun und so wurden wir auch diesmal von der Meute gestellt.
Wie im letzten Jahr schaffte es auch dieses Jahr ein Ballon in den Bäumen zu landen. Die Fail-Safe Funktion hat genau über einer Buschgruppe ausgelöst und wo soll der Ballon auch hin wenn es quasi Windstill ist. Aber mit einer großen Leiter und den engagierten Einsatz von Innes aus Schottland war der Ballon nach einiger Zeit unbeschädigt wieder in den Händen seines Besitzers.
Nun hieß es schnell die Auswertung machen. Gott sei Dank funktionierte mein Auswerteprogramm problemlos und so konnten wir die Gewinner ermitteln. Die Spannung stieg, Platz für Platz. Jeder Teilnehmer wurde aufgerufen, erhielt seine Erinnerungsmedallie und dann ging es auf die Pokalplätze zu. Dazu muss man wissen, dass in Brigachtal jeder versucht den 5. Platz zu belegen, denn das ist der wunderbare Wanderpokal aus Glas, den Markus Höpfler 1989 gestiftet hatte. Geht er dreimal an den gleichen Piloten, so ist die Wanderung beendet und der Pokal verbleibt beim Gewinner. So war es dann auch. Matthias Schlegel gewann den Pokal zum dritten Mal und ist damit endgültiger Besitzer dieses wunderschönen Pokals. Freudestrahlend nahm er den Pokal in Empfang. Er erhält sicherlich einen prächtigen Platz in der Vitrine.

Platz 4, und damit der Wander-"Pokal" aus Schiefer ging an Bastian Schwarz aus Bayern. Platz 3 belegte der Newcomer Jan Beckmann. Platz 2 ging an Innes Worseman aus Schottland und über den ersten Platz freute sich ganz besonders Stijn De Wulf aus Belgien. Der Zusammenhang zwischen Alter der Piloten und der Platzierung ist schon erstaunlich. Je jünger der Teilnehmer, desto höher die Platzierung. An der sportlichen Fitness wird es wohl nicht gelegen haben, denn es war ja nahezu windstill. Die Gesamtwertungstabelle findet sich hier.

Damit auch im nächsten Jahr wieder ein Anreiz geschaffen wird den 5. Platz zu belegen wurde von Uwe Stober ein neuer Wanderpokal gestiftet. Um sich zu akklimatisieren und um sich mit der Leidenschaft und Begeisterung für Modellballone voll zusaugen, verbleibt der Pokal dieses Jahr noch in Brigachtal. Zum 22. Brigachtaler Modellballontreffen vom 5.-7. Oktober 2007 darf dann wieder um ihn gerungen werden. Wir freuen uns auf Euch.
Michael Bölling
Diesen Bericht finden Sie auch in der Modellheißluftballon-Post Ausgabe 3 Dezember 2006 - Januar 2007 auf der Seite von Frank Schnelle: www.feuerballon.de

